Arbeiten für schnelles Internet laufen auf Hochtouren

Rhein-Hunsrück-Kreis auf dem Weg in die Gigabit Gesellschaft - Umsetzung bis März 2020

Ein zwei Meter breites Loch, viel Schlamm und ein Bohrer, der in der Erde verschwindet. So sieht es aktuell in vielen Straßen im Rhein-Hunsrück-Kreis aus, denn hier werden alle unterversorgten Haushalte und Liegenschaften mit Breitband versorgt. Ende letzten Jahres hatte das Energieunternehmen innogy den Zuschlag für den Ausbau der „weißen Flecken“ im Landkreis erhalten.

Nun gehen die Bauarbeiten mit Riesenschritten voran. Heute trafen sich Landrat Dr. Marlon Bröhr, Stadtbürgermeister Horst Vogt und Vertreter der Kreisverwaltung gemeinsam mit innogy und ihrem Verteilnetzbetreiber Westnetz auf der Baustelle in St. Goar, um sich das häufig eingesetzte Spülbohrverfahren einmal hautnah anzusehen.

„Diese Investition ist ein großer Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises“, freut sich Landrat Dr. Bröhr. Der sogenannte NGA-Ausbau (Next Generation Access) umfasst die Erschließung von insgesamt 71 ganz oder teilweise unterversorgten Ortsgemeinden/Ortsteilen/Aussiedlungen/Mühlen. 

Vertreter von innogy und deren Verteilnetzbetreiber Westnetz schauen sich zusammen mit Stadtbürgermeister Horst Vogt (Mitte links) und Landrat Dr. Marlon Bröhr (Mitte rechts) die Baustelle in St. Goar an.

Vertreter von innogy und deren Verteilnetzbetreiber Westnetz schauen sich zusammen mit Stadtbürgermeister Horst Vogt (Mitte links) und Landrat Dr. Marlon Bröhr (Mitte rechts) die Baustelle in St. Goar an.

Die Tiefbauarbeiten in allen sechs Verbandsgemeinden sowie der Stadt Boppard haben bereits begonnen. Dabei werden rund 170 Kilometer neue Glasfaserleitungen verlegt und etwa 900 Adressen von Privat, Industrie und Gewerbe sowie 40 Schulen im Kreis mit schnellem Internet versorgt. Mit dem Projekt soll einerseits die Region als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig gemacht werden. Andererseits soll die Zahl der sogenannten „weißen Flecken“, also jener Haushalte und Gewerbebetriebe, die mit keiner oder einer sehr langsamen Internetverbindung ausgestattet sind, gesenkt werden. Weiterhin muss die entsprechende Internet-Technik ausgebaut werden. Dies umfasst rund 70 Glasfaserverteilerschränke sowie circa 940 Glasfaserhausanschlüsse.

Durch den Einsatz moderner Technologien werden dann bald in den unterversorgten Regionen Download-Geschwindigkeiten bis in den Gigabitbereich pro Sekunde möglich sein.

„Wir treiben den Breitbandausbau aktuell auch über das Projekt hinaus eigenwirtschaftlich voran. Dort wo es möglich ist, bauen wir weiter aus und verlegen Leerrohre. Diese Adressen werden wir dann im Nachgang der Ausschreibung ebenfalls mit Breitband versorgen. Insgesamt stehen wir daher vor einem Tiefbauvolumen von circa 190 Kilometern und einem Ausbau von weiteren 2600 potentiellen  Anschlusspunkten, die dann die Möglichkeit haben, das schnelle Internet zu nutzen“, erläutert Eva Wagner, Leiterin des Regionalzentrums Rhein-Nahe-Hunsrück der Westnetz.

Mit der Kabelfräse, dem Kabelpflug, einem Bagger oder wie hier in St. Goar mit dem Spülbohrer, sind im Rhein-Hunsrück-Kreis aktuell sechs Tiefbaufirmen, jeweils mit mehreren Kolonnen unterwegs, um die Region fit für die Zukunft zu machen. „Die Verlegung von Glasfaserrohren bringt normalerweise einen großen Aufwand mit sich. Durch das Spülbohrverfahren wird der Aufwand reduziert und die Oberfläche muss nicht komplett aufgerissen werden. Das spart Zeit, schont die Gehwege und Straßen und ist weniger störend für die Anwohner“, erklärt Andreas Bast, Netzplaner bei Westnetz im Regionalzentrum Rhein-Nahe-Hunsrück und als Bauleiter verantwortlich für die Verbandsgemeinden St. Goar/Oberwesel und Rheinböllen