Großes Interesse am Wahrschauer- und Lotsenmuseum

Mit weiteren Informationen zur Leistungsfähigkeit der heutigen Binnenschifffahrt versehen, versammelten sich alle an/in der Lotsenschaluppe - dem Ruderboot mit dem die Lotsen an die Schiffe ruderten - zu einem Foto.

Mit weiteren Informationen zur Leistungsfähigkeit der heutigen Binnenschifffahrt versehen, versammelten sich alle an/in der Lotsenschaluppe - dem Ruderboot mit dem die Lotsen an die Schiffe ruderten - zu einem Foto.

Im Rahmen eines weiteren Projekts kamen 12 Firmbewerber am Freitag, 28.06.2019 mit den Projektleiterinnen Petra Oldach und Anke Goedert am Bankeck in St. Goar zu einer Informationsveranstaltung zusammen.

Für die Schifffahrt war und ist auch heute noch die Gebirgsstrecke zwischen Bingen und St. Goar der gefährlichste Abschnitt des Rheins. Insbesondere auf den 6 km  zwischen Oberwesel und St. Goar besteht wegen des tief eingeschnittenen, stark gewundenen und engen Rheintals keine ausreichende Sicht von Schiff zu Schiff

Friedjo Goedert, früher selbst bis 1975 als Lotse tätig, erläuterte die Berufsbezeichnungen  

Wahrschauer“  als warnende Stationen/Posten die in der rheinischen Gebirgsstrecke nach Einführung der Dampfschifffahrt eingeführt wurden. Demnach werden seit Jahrhunderten die Bergfahrer (rheinaufwärts) über bevorstehende gefährliche Begegnungen mit Talfahrern gewarnt. Die zu Tal (rheinabwärts) fahrenden Schiffe benötigen infolge ihres Driftwinkels in den engen Kurven einen Fahrstreifen von teilweise mehr als 60 m Breite. In den Anfängen erfolgte das Wahrschauen durch das Setzen von Zeichen in Form von Flaggen, Tafeln und Körben. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des Rheins wurde ab 1970 die Umstellung aller Wahrschaustationen auf die heutigen Lichtsignale betrieben.

„Lotse“   ein fahrwasserkundiger Steuermann der die Eigenheiten des Gewässers, seine Beschaffenheit also die Stromschnellen und die Unterwasserhindernisse genau kannte. Die Zulassung und Ausbildung wurde von verschiedenen Regularien bestimmt. Nach einem Jahr Fahrzeit als Kandidat mit Schifferdienstbuch bei einem Lehrlotsen, hatte der Anwärter eine Prüfung aus theoretischem und praktischem Teil abzulegen. Die Lotsen oder Steuermänner haben die Schiffsführer mit ihren speziellen Kenntnissen in dem schwierigen Fahrwasser der Mittelrheinstrecke unterstützt. Allerdings haben sie im Gegensatz zu den Lotsen auf den Seeschifffahrtsstraßen, das Ruder und damit die Steuerung des Schiffes  sofort selbst übernommen. Bei den damals einfachen mechanisch sehr schwer zu bedienenden Ruderanlagen war dies vorausschauend wichtig.

Text/Foto: Friedjo Goedert