Die Umgestaltung des Rheinvorlandgeländes und das Stadtumbaugebiet „Ortsteil Biebernheim mit Burg Rheinfels“ waren Top-Themen der Einwohnerversammlung in St. Goar

Zahlreiche St. Goarer Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung zur Einwohnerversammlung von Stadtbürgermeister Horst Vogt gefolgt.

Zentrale Themen waren die Vorstellung der Planungen zur Umgestaltung des Rheinvorlandgeländes und das Konzept für das Stadtumbaugebiet „Ortsteil Biebernheim mit Burg Rheinfels“.

Frau Häuser, verantwortliche Mitarbeiterin vom Planwerk Häuser und Herr Morsblech vom Büro Stadt-Land-Plus stellten die Pläne für die Neugestaltung des Geländes zwischen ehemaliger Panzerrrampe und Rheinbalkon vor. Da die Ausbaufläche von ca. 270 m und 7.800m² komplett im Abflussbereich des Überschwemmungsgebietes des Rheins liegt, werden durch Abgrabungen des Vorlandes ca. 2.000m³ zusätzlicher Retentionsraum geschaffen und der Hochwasserabfluss verbessert. Dieses Gelände wird als Grünfläche angelegt, begrenzt von einer ansprechenden Uferpromenade zum Spazierengehen und Ausruhen. Zusätzlich wird Platz für Besucher geschaffen, die mit Schiffen ankommen oder abfahren. Einige Bäume, die in die Gefahrenstufe 4 eingestuft waren, mussten gefällt werden. Sie werden durch 55 Kastenlinden und 8 Solitärbäume ersetzt.

Das alte Toilettenhäuschen am Uferbereich muss abgerissen werden, da es nicht an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden kann und aus diesem Grund schon seit 30 Jahren nicht mehr in Betrieb ist.

Das zweite große Thema, die städtebauliche Erneuerung der Stadt St. Goar Ortsteil Biebernheim mit Burg Rheinfels wurde von Herrn Pfaff vom Büro Stadt-Land-Plus detailliert vorgestellt.

Durch das Förderprogramm werden städtebauliche Anpassungsmaßnahmen in Gebieten gefördert, die von erheblichen städtebaulichen oder wirtschaftlichen Funktionsverlusten bedroht oder betroffen sind, zur Herstellung nachhaltiger städtebaulicher, wirtschaftlicher oder technologischer Strukturen. Eine wichtige Komponente bilden dabei private Investition- und Modernisierungsmaßnahmen, die das Ziel verfolgen, die vorhandene Bausub­stanz zu erhalten, zu modernisieren und sinnvoll zu nutzen. Auch die Verbesserung des Wohnumfeldes und der Aufenthaltsqualitäten im öffentlichen Raum stehen im Fokus der Entwicklungen. Gleichzeitig sollen städtebauliche Missstände beseitigt und die wirtschaft­lichen Entfaltungsmöglichkeiten durch städtebauliche Maßnahmen gestärkt werden.

Unter dem Motto „kurze Beine - kurze Wege“ ist die Stadt stets bemüht, ausreichend KiTa Plätze zur Verfügung zu stellen. Derzeit verfügt der Kindergarten St. Goar über 80 Plätze in vier Gruppen einschließlich 34 Ganztagsplätzen. Im Meldebestand der Stadt gibt es derzeit 137 Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, somit besteht Handlungsbedarf, damit Kinder nicht in Kindergärten der Umgebung ausweichen müssen.

Übergangsweise soll im ehemaligen Pfarrsaal der kath. Kirche eine neue fünfte Gruppe eingerichtet werden. Die langfristige Lösung sieht einen Ausbau im ehemaligen Schwesternhaus vor, das die Stadt vor einigen Jahren erworben hat. Eine fünfte Gruppe würde 95 Kindern aus St. Goar einen KiTa Platz vor Ort garantieren.

Ein anderes Thema ist der Breitbandausbau. Im Rahmen der Breitbandausschreibung des Rhein-Hunsrück-Kreises können noch rund 220 Anwesen im gesamten Stadtgebiet im Zuge der Baumaßnahme einen kostenlosen Glasfaseranschluss erhalten. Die ausführende Firma, innogy SE, lädt alle betroffenen Eigentümer zu einer Versammlung in die Rheinfelshalle ein.

Bürgermeister Thomas Bungert berichtete über den derzeitigen Stand der Fusion der beiden Verbandsgemeinden St. Goar-Oberwesel und Emmelshausen. Die Verhandlungen und Gespräche sind von großer Harmonie geprägt.

Mit dem Bau des Aussichtsturms am „Spitzen Stein“ soll in Kürze begonnen werden. Die neue Aussichtsplattform wird aus Stahl bestehen und wie die Alte rund 15,75 m hoch sein. Die Einweihung ist für Juli 2019 geplant.

Im Kampf gegen den Bahnlärm plant Bürgermeister Thomas Bungert die Bahn zu verklagen. Ein Jurist soll dabei die Erfolgschancen einer Klage einschätzen.

Stadtbürgermeister Horst Vogt dankte den Anwesenden für ihre Aufmerksamkeit und wünschte allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern noch einen schönen Abend sowie einen guten Nachhauseweg.

Horst Vogt
Stadtbürgermeister