Die Grabplatte des hl. Goar in der kath. Pfarrkirche St. Goar wurde restauriert

Nachdem im Jahr 2012 die Mensa des im südlichen Querarm der kath. Pfarrkirche St. Goar befindlichen Goar-Seitenaltars restauriert wurde, stand jetzt die Restaurierung der Grabplatte des hl. Goar an. Pünktlich zum Goarsfest am 6. Juli erstrahlt sie wieder im alten Glanz (Farbfassung des 19. Jh.)Bei der Erbauung der heutigen neugotischen Pfarrkirche im Jahr 1891 wurde die Grabplatte als Altarbild in die Wand im südlichen Querarm eingelassen. Bei Erbauung der barocken Vorgängerkirche schenkte Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels diese Grabplatte der neuen kath. Pfarrgemeinde und ließ sie 1658 von der Krypta der evgl. Stiftskirche in die neue kath. Kirche überführen.

Kurzer geschichtlicher Werdegang der Grabplatte:
Infolge der Kriegswirren befanden sich die Gebeine des hl. Goar von 1250 bis 1321 in der St. Kastorkirche in Karden/Mosel. Die Heimholung der Gebeine nach St. Goar erfolgte auf Anordnung des Trierer Erzbischofs Balduin von Luxemburg vom 14.3.1321. Aus diesem Anlass errichtete man in der Krypta der Stiftskirche ein neues Hochgrab, dessen Deckplatte mit der lebensgroßen Darstellung des hl. Goar wenig später um 1340 vollendet wurde. Die Deckplatte ist kompositorisch und ikonographisch ein sehr bedeutendes Werk der Zeit um 1340. Goar ist als Heiliger mit modischer Frisur, Heiligenschein und Messgewand unter einem achteckigen Baldachin dargestellt. Er trägt in der linken Hand ein Modell der von ihm erbauten Kirche. Als zweites Attribut steht der Heilige als Überwinder des Bösen auf einem sich windenden Teufel in Menschengestalt. Zwei Engel halten über dem Heiligen den achteckigen Baldachin, zwei weitere unterstützen sein Gewand bzw. das Kirchenmodell.

In den Wirren des 30-jährigen Krieges wurde 1626/1627 die Stiftskirche verwüstet und dabei das Grab des hl. Goar aufgebrochen. Die Grabplatte wurde dann mit eisernen Klammern an der Kryptenwand befestigt bis sie 1658 in die Mitte der Nordwand der neu errichteten kath. Kirche überführt wurde. Mit dem Bau der heutigen neugotischen Kirche wird die Grabplatte in den Seitenaltar des südlichen Querarms integriert und in eine Spitzbogennische eingestellt, wobei sie um den Blütenrahmen ergänzt wurde.

Die Kosten der Restaurierung belaufen sich auf rd. 20.400,00 €. Das Amt für Kirchliche Denkmalpflege wird die Maßnahme mit 25% bezuschussen wobei der Rest der Kosten größtenteils über Spenden finanziert wird.

(Text: Franz-Josef Schwarz/Foto: Gerhard Rolinger)